Kon­zert­gi­tar­ren

Eine Konzertgitarre bezeichnet eine akustische Gitarre, die Töne ohne eine elektrische Verstärkung, also auf mechanische Weise, erzeugt. Die Töne werden durch das manuelle Zupfen der einzelnen Gitarrensaiten erzeugt. Der Gitarrenkorpus dient zur Verstärkung der Töne. Wichtig für die Klangqualität der Konzertgitarre sind das Material und die Platte aus Holz, über der die Saiten liegen. Meist besteht diese aus Zedernholz, welches für einen härteren Klang sorgt. Fichtenholz erzeugt einen weicheren Klang. Günstige Konzertgitarren sind aus Laminat oder simplem Sperrholz gefertigt.

Der Aufbau der Konzertgitarre

Hochwertige Konzertgitarren werden hauptsächlich aus Palisanderholz für die Zarge und den Boden gefertigt. Für die Decke werden Fichten-, Rot- oder Zedernholz verbaut. Der mittlerweile unter Schutz stehende Rio-Palisander war einst sehr beliebt für die Verarbeitung von Böden und Zargen. Mittlerweile kommen Hölzer wie Mahagoni, Ovankol, Ahorn oder Kirschbaum für den Gitarrenbau zum Einsatz. Der Gitarrenhals wird aus Cedro, Ahorn oder Mahagoni hergestellt, der Griff besteht aus Palisander oder Ebenholz. Sehr hochwertige Instrumente erhalten eine Politur aus einem Schellack-Harz-Gemisch auf der Basis von Spiritus. Das sogenannte Schellack ist sehr vorteilhaft, weil es sich immer wieder polieren lässt und somit auch kleinste Kratzer behoben werden können. Weiterhin bietet Schellack einen guten und sehr dünnen Schutz für die Oberfläche der Konzertgitarre. Die Decke kann ungehindert schwingen. Eine permanente Pflege der Schutzschicht ist allerdings Voraussetzung, ebenso sollte immer nachpoliert werden. Ansonsten kann es leicht zu einem stumpfen Aussehen der Oberfläche kommen. Eine Lackierung aus Nitrolack wird auch bei höherwertigen Instrumenten vorgenommen. Diese ist wesentlich unempfindlicher.

Die Maße der Konzertgitarre

Konzertgitarren verfügen über ein breites Griffbrett. Das Standardmaß beträgt 52 Millimeter, die Mensur der Gitarre weist eine Länge von 65 Zentimetern auf. Es gibt auch kleinere Bauformen, beispielsweise für den Einsatz als Lerngitarre für Kinder. Deren Größe beträgt meist einen Bruchteil der einer Standard-Konzertgitarre. Hier werden Mensur und Korpus maßstabsgetreu kleiner hergestellt, die Abstände der einzelnen Saiten allerdings bleiben gleich. Auf der Seite des Basses sind die Gitarrensaiten aus Nylon gefertigt. Diese werden dann mit einem Draht aus Kupfer oder Silber umwickelt. Mittlerweile wird auch häufig Polyvinylidenfluorid, kurz PVDF, für die Saiten verwendet. Dieses Material hat eine größere Dichte als Nylon, dadurch können die Gitarrensaiten dünner hergestellt werden. Das hat den Vorteil, dass sie eine höhere Klangqualität erreichen und facettenreicher auf das Bespielen reagieren. Nachbauten von historischen Gitarren verfügen über Saiten aus Tierdärmen, die auch heute noch aus diesem Material hergestellt werden.

Die Geschichte der Konzertgitarre

Die heutige Form der Konzertgitarre tritt erstmals in Spanien des 19. Jahrhunderts in Erscheinung. Die Saiten der frühen Konzertgitarren wurden aus Tierdärmen hergestellt. Korpus und Mensur bestanden meist aus den gleichen Hölzern, die auch heute noch zum Einsatz kommen. Weiterhin wurde der Instrumentenhals hier nach der Fertigung des Schallkörpers nicht mehr eingeschoben, was heute die die übliche Vorgehensweise ist. Einige historisch relevante Gitarrenbauer waren Antonio de Torres sowie Gaetano Guadagnini. Der Deutsche Hermann Hauser verbreitete die Bauweise gemäß Torres und beeinflusste so maßgeblich den deutschen Gitarrenbau.