Klaviere & Flügel

Das Klavier zählt heute zu den beliebtesten Musikinstrumenten für viele Musikgenres. Das Repertoire für das Tasteninstrument reicht von Klassik über Jazz bis hin zur Rock- und Popmusik. Der große Reiz an dem Instrument liegt vor allem an seiner Polyphonie (Mehrstimmigkeit). Es ist, selbst für Kleinkinder, ein Einfaches, einen schönen Klang auf dem Instrument zu erzeugen – einfach auf den Hocker setzen und eine Taste herunterdrücken, schon ertönt das Klavier mit seinem klaren Klang.

Allgemeines

Die Hauptbestandteile des Klaviers sind seine Saiten und Hämmer. Die Tastatur hat weiße und schwarze Tasten und verläuft in Halbtonschritten nach oben. Jeweils acht weiße Tasten ergeben eine Oktave. Drückt der Musiker eine Taste, bewegt sich der mit ihr verbundene Hammer im Inneren des Gehäuses und schlägt eine Saite an, um einen Ton zu erzeugen. Anders als bei der Gitarre, wo der Gitarrist selbst die Saiten zupft.

Geschichte des Klaviers

Der Pianist hat außerdem die Möglichkeit zu regulieren, wie laut der Ton erklingen soll, indem er die taste entweder sanft (piano) oder kräftig (forte) anschlägt. Deshalb hieß das Instrument ursprünglich „Pianoforte“. Der Vorgänger des Klaviers, das Cembalo, bei welchem die Saiten gezupft werden, hatte diese Möglichkeit noch nicht. Das war der größte Nachteil des Instrumentes – Musiker konnten keinen differenzierten Klang verwirklichen und mussten oft, um einen anderen musikalischen Charakter zu erzeugen, mit Tempo, Verzierungen oder Mimik und Gestik arbeiten. Später gab es verschiedene Pedale und sogar Hebel, mit denen die Lautstärke Stufenweise verändert werden konnte. Mit dem Fortschritt der Technik gab es bis zu acht verschiedene Lautstärkestufen, welche trotzdem keine wirklich flüssige Dynamik ermöglichten.
Am Anfang des achtzehnten Jahrhunderts wurde dieses Problem endlich gelöst. Das sogenannte Hammerklavier schlug, genau wie das moderne Klavier, die Saiten an, anstatt sie zu zupfen, was eine vielfältige Klangdifferenzierung ermöglichte. Es dauerte jedoch
noch fast ein ganzes Jahrhundert, bis sich das neue Instrument etabliert hatte.

Klaviermusik und Repertoire

Das Klavier hat dank seiner vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten und Popularität ein unglaublich breites Repertoire. Schon Komponisten der Barockzeit, wie Johann Sebastian Bach (1685-1750) und Georg Friedrich Händel (1685-1759), komponierten komplexe Solo- und Ensemblewerke für das Tasteninstrument. So beispielsweise das „Wohltemperierte Klavier“ von Bach, welches Präludien und Fugen in allen Tonarten umfasst und heute noch gespielt wird.
Aus der Klassik kommen die Sonaten von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) und Ludwig van Beethoven (1770-1827), die sich auch heute noch großer Popularität erfreuen.
Die Romantik bietet mit Komponisten wie Frédérik Chopin (1810-1849), Franz Liszt (1811-1886) und Sergei Rachmaninoff (1873-1943) ein effektvolles Klavierrepertoire, welches die Möglichkeiten des Instrumentes voll ausnutzt.
Das Klavier wird heute aufgrund seines vollen und reichen Klangs oft als Begleitung für Popsongs und Rockballaden verwendet, die sehr beliebt in der Populärmusik sind. Selbst moderne Medien wie Filme und Videospiele bedienen sich dem Klang des Instruments, um atmosphärische Klangkulissen zu erschaffen.
Auch heute entwickelt sich das Instrument noch mit zeitgenössischen Komponisten wie Phillip Glass (1937), Steve Reich (1936) oder Yann Tiersen (1970) weiter.