Klarinetten

Die Klarinette gehört zur Gruppe der Holzblasinstrumente. Sie wird in der klassischen Musik ebenso gespielt wie in der Unterhaltungsmusik oder im Jazz.

Aufbau des Instruments

Die Klarinette gehört zu den Einfachrohrblattinstrumenten bzw. Einfachblattinstrumenten. Die Töne werden hier durch eine einzelne aufschlagende Zunge hervorgebracht, die durch einen Luftstrom in einem rohrförmigen Instrument zum Schwingen gebracht wird. Ihr Klang ist meist sehr intensiv.

Es gibt verschiedene Arten von Klarinetten. „Die“ Klarinette schlechthin ist die B-Klari­nette. Außerdem gibt es die Es- und die A-Klarinette sowie die Alt-, Bass- und Kontraklarinette. Sie unterscheiden sich durch die Größe und dadurch gleichzeitig durch ihre Stimmung und die entsprechend unterschiedliche Tonhöhe. Je kleiner das Instrument ist, desto höher sind seine Töne. Allerdings kann man problemlos zwischen den Instrumenten wechseln, denn die Klarinette ist ein transponierendes Instrument, die Töne, die in den Noten stehen, entsprechen also nicht denen, die zu hören sind. Deshalb werden alle Klarinetten auf die gleiche Weise gespielt.

Jede Klarinette besteht aus fünf Teilen: das Mundstück mit dem Blatt, die Birne als Verbindungsstück zwischen Mundstück und Korpus, das Ober- und Unterstück mit den Klappen und Schalllöchern und das trichterförmige Schallstück (der Sturz).

Geschichte der Klarinette

Die ersten Einfachblattinstrumente gab es bereits in der Antike im alten Ägypten. Im Gegensatz zu anderen Blasinstrumenten hat die Klarinette jedoch keinen direkten Vorläufer aus dieser Zeit, aus dem sie sich entwickelt hat.

Ende des 17. Jahrhunderts entstand das Chalumeau, ein Holzblasinstrument mit einfachem Rohrblatt und sieben vorderständigen Grifflöchern und einem Daumenloch. Der deutsche Instrumentenbauer Johann Christoph Denner erweiterte das Chalumeau durch eine Zusatzklappe, mit der die Töne überblasen werden konnten und die Töne um eine Duodezime (zwölf Töne) erhöht wurden. Aufgrund seines Klanges wurde das Instrument „Clarinetto“, „kleine Trompete“, genannt. Durch weitere Entwicklungen entstand bis zur Mozart-Zeit die heutige Form der Klarinette mit acht Grifflöchern und fünf Klappen. Bedeutende Klarinettenbauer waren u.a. Hyacinthe Klosé, Theobald Boehm, Adolphe Sax und Oskar Oehler.

Die Klarinette in der Musik

Die Klarinette wird in der klassischen Musik vorwiegend als Orchesterinstrument eingesetzt. Dennoch gab es immer wieder bedeutende Virtuosen auf diesem Instrument, die entweder selbst Stücke schrieben oder andere Komponisten dazu inspirierten. Zu den bekanntesten Werken der Klarinettenliteratur zählen das Klarinettenkonzert in A-Dur, KV 622, und das Klarinettenquintett in A-Dur, KV 581, von Wolfgang Amadeus Mozart, die Klarinettenkonzerte und das Klarinettenquintett von Carl Maria von Weber, die Rhapsodie in Blue von George Gershwin und „Peter und der Wolf“ (die Katze) von Sergej Prokofieff.

Die berühmtesten Klarinettisten

Obwohl die Klarinette vor allem ein Orchesterinstrument ist, gibt es auch immer wieder herausragende Klarinettisten, die als Solisten auftreten.

Der erste große Klarinettist,von dem wir heute noch wissen, war Anton Stadler (1753 – 1812). Der gebürtige Prager reiste mit seinem Instrument durch ganz Europa. Er war eng mit Wolfgang Amadeus Mozart befreundet und inspirierte ihn zu den meisten seiner Werke für Werke für Klarinette, Bassettklarinette und Bassetthorn.

Einige Jahrzehnte später traten die beiden Klarinettenvirtuosen Heinrich Joseph Baermann (1784–1847) und Johann Simon Hermstedt (1778-1846) in den Fokus der Öffentlichkeit. Für sie komponierten Carl Maria von Weber und Louis Spohr zahlreiche virtuose Musikstücke. Dabei zeigte Hermstedt auch sein überragendes technisches Verständnis, indem er das Instrument, das damals noch verschiedene technische Probleme hatte, den Anforderungen der Kompositionen entsprechend weiterentwickelte.

Zu den weltweit bekanntesten Klarinettisten unserer Zeit gehört die Cailsheimerin Sabine Meyer.

Aber auch auf dem Sektor der Unterhaltungsmusik gibt es einige bekannte Klarinettisten. Einer der bekanntesten ist der Jazzmusiker Benny Goodman, der auch als Solist bei klassischen Konzerten auftrat. Giora Feidman dagegen ist der bekannteste Vertreter der jüdischen Klezmer-Musik. In Deutschland kennt man vor allem Hugo Strasser als Verteter der populären Musik, den Gründer des gleichnamigen Tanzorchesters.